©  Dr. Daniel Schuhmann - Stiftung - 2018
Dr. Daniel Schuhmann - Stiftung
Tam  brevem  carpsi  vitam So  hätte  Daniel  Schuhmann wohl  sein  in  manchen  Belangen  noch  unerfülltes  Leben umschrieben,  nachdem  ihn  ein  bösartiger Tumor  innert kurzer Zeit aus dem Leben gerissen hat.  Mit seinem frühen Tod verliert die archäologische community nicht nur einen begabten und vielseitig interessierten Archäologen, der neben seinen profunden Kenntnissen im Bereich der EDV, der GIS und des Vermessungswesens auch über breit gefächerte, diachrone und interdisziplinäre Kompetenzen in der ur- und frühgeschichtlichen und provinzialrömischen Archäologie verfügte, sondern auch einen liebenswerten und allseits geschätzten Freund und Kollegen. Daniel Schuhmann studierte zwischen 2003 und 2007 an der Universität  Basel  Prähistorische  und  Naturwissenschaftliche Archäologie  und  schloss  seine  Studien  mit  einer  Diplomarbeit über «Digitale Modellierungen und Schichtrekonstruktionen der paläolithischen Fundstelle Hummal, Syrien» ab. Während seines Studiums nahm er regelmässig an den Grabungskampagnen  in  der  römischen  Siedlung  Oedenburg-Biesheim im Elsass (2003–2005) und in der paläolithischen Fundstelle  El  Kowm  in  Syrien  (2005–2010)  teil.  Letztere lieferten auch das Datenmaterial für seine Dissertation zum Thema «ElKowmGIS: Ein neues System zur Dokumentation archäologischer  Fundstellen»,  welche  2013  in  gedruckter Form  erschien.  Während  seines  Doktorats  nahm  Daniel Schuhmann  zudem  an  zwei  Grabungen  in  der  paläolithischen Fundstelle von Mutzig (F) teil, wo er sich wie auch in El Kowm neben anderen Aufgaben jeweils Zeit nahm, die Mitglieder des Grabungsteams in die digitale Grabungsvermessung einzuführen. Daniel  Schuhmann  arbeitete  aber  schon  während  seines Studiums bzw. Doktorats regelmässig «on the job», so etwa als System- und Netzwerkadministrator und als Lehrbeauftragter für «Digitale Vermessung mittels AutoCAD und TachyCAD»  bei  der  IPNA  (2004–2009)  bzw.  (2007–2014),  als Koordinator  des  Digitalisierungsprojektes  «Archäologische Bilddatenbank»  (2010–2012)  am  Departement  Altertumswissenschaften,  als  wissenschaftlicher  Mitarbeiter  im  Projekt  «Mediterraner  Import  und  seine  Rezeption  nördlich von  Etrurien:  Transfer  von  Ideen  und  Ideologien  in  einer Kontaktzone  der  Mittelmeerwelt  im  7.–5.  Jh.  v.Chr.»  am Seminar  für  Klassische  Archäologie  (2012–2015)  sowie  in der  Abteilung  Archäologie  &  Forschung  der  Römerstadt Augusta Raurica (2012–2015). Dort erwarb er sich namentlich  grosse  Verdienste  bei  der  Ergänzung  und  Bereinigung des digitalen Stadtplans von Augusta Raurica. Als assoziierter Forscher und Lehrbeauftragter der Vindonissa-Professur  hatte  Daniel  Schuhmann  seit  2012  nicht  nur Gelegenheit sein umfassendes Wissen im Bereich der digitalen Archäologie an die Studierenden weiterzugeben, sondern hatte  auch  grossen  Anteil  am  erfolgreichen  Abschluss  von verschiedenen  Forschungs-  und  Publikationsprojekten.  Zu erwähnen sind vorab die Entwicklung einer EDV-Applikation für die interdisziplinäre Auswertung von römischen Nekropolen, das mehrjährige Prospektionsprojekt im Kanton Obwalden (2012–2015) sowie das Projekt «Erforschung, Sanierung und «mise en valeur» der spätantiken Wachtürme und militärischen Anlagen am Hochrhein» (2014–2015). Andere längerfristige Projekte - die grossflächigen Prospektionen in Augusta Raurica, die Prospektionen und Forschungsgrabungen auf der Colline de Paplemont (Cornol JU) sowie das vom Departement Geschichte und dem Europainstitut Basel in Kooperation mit dem Digital Humanities Lab der Universität Basel getragene Pilotprojekt «Research Navigator» konnte er aus gesundheitlichen  Gründen  nur  noch  in  der  Kickoff-Phase begleiten. In Erinnerung bleiben wird Daniel Schuhmann aber nicht nur allen,  die  ihn  persönlich  gekannt  haben,  sondern  auch  den künftigen Mitgliedern der Basler scientific  community Zusammen  mit  seinem  Vater  Hugo  Schuhmann  verfügte  er nämlich  unmittelbar  vor  seinem  Tod  und  eine  grosszügige Schenkung zu Gunsten der Universität Basel. Der «Dr. Daniel  Schuhmann-Fonds»  soll  zur  Unterstützung  von  Studierenden  und  Doktorierenden  der  Ur-  und  Frühgeschichtlichen, der  Provinzialrömischen,  der  Prähistorischen  und  Naturwissenschaftlichen, der Klassischen Archäologie sowie der Neueren Allgemeinen Geschichte, welche aus Syrien oder anderen   Ländern des   Nahen   Ostens   stammen,   sowie   von archäologisch-historischen Exkursionen der erwähnten Fachbereiche eingesetzt werden. Peter-A. Schwarz